Wer ist Hanspeter Nüesch?

Hanspeter Nüesch ist Leiter von Campus für Christus Schweiz. Zum offiziellen evangelikalen Lager gehö­rend, war er einer der frühen Befürworter des Toronto-Segens.

In einer vervielfältigten Stellungnahme kann man folgendes zu diesem "Segen" lesen: An der anschliessenden Retraite haben wir beim abschliessenden Segnungsgebet erlebt, dass etwa die Hälfte unserer Mitarbeiter, die sich segnen liessen, die Kraft verloren und nicht mehr auf den Beinen stehen konnten. Wir kannten bis anhin das Phänomen des Ruhens im Geist noch nicht, und ich hätte mich als eher nüchtern und kritisch veranlagter Mensch sehr dagegen gewehrt, hätte ich nicht diese liebevolle Vorbereitung von Gott erlebt ("Toronto-Segen", Zusammen-stellung und Bezugsadresse Campus für Christus, Josefstr. 206, 8005 Zürich, Tel. 01/2723145, S. 3). Dies war für ihn die Vorbereitung zur Akzeptanz jener Welle, die dann von Toronto her über die Gemeinden schwappte.

Als Weichenstellung diente auch das, was sein Sohn Stefan bei einer Jugendfreizeit erlebte: Mein Sohn hat das Lachen im Heili­gen Geist bekommen (ibid).

Nüeschs Kommentar zu den Gottesdiensten der Airport Vineyard Gemeinde in Toronto: Ich habe kaum je eine so grosse Ernsthaf­tigkeit erlebt, was den Aufruf zur völligen Hingabe betraf. Ich habe kaum irgendwo eine klarere evangelikale und christusbezogenere Theologie erlebt...Was mich am meisten bewegt hat, war die Ernst­haftigkeit, die heilige Atmosphäre über diesen Versammlungen (ibid S.4).

Obwohl anfänglich viele Gemeinden und Verbände den Toronto-Segen deutlich abgelehnt haben, dürfte dies inzwischen kaum ein Hindernis sein, Hanspeter Nüesch als Referenten willkommen zu heißen. Für die postmoderne Generation ist dieser Pluralismus kein Problem. "Vielseitigkeit" ist das Markenzeichen der modernen Christenheit geworden.

In einem Leserbrief an die Zeitschrift Charisma schreibt er bezeichnenderweise: Ich möchte herzlich danken für die ausführliche und inspirierende Berichterstattung über Reinhard Bonnke und seinen wahrhaft wunderbaren Dienst in Afrika. In unserer Wohnung hängt seit Jahren ein Poster einer seiner Evangelisationen, ... (Charisma 149, 2009, S. 3). 

Es überrascht bei dieser Beurteilung der Phänomene von Toronto und Wertschätzung von extremen Heilungsevangelisten nicht, dass Hanspeter Nüesch sich auch voll auf Romkurs befindet. Doch diese "Versöh­nung" der getrennten Kirchen ist heute mehr denn je gefragt. So gibt es von Nüesch die Aussage: 'Ich habe viel geweint' über die Trennung zwischen Katholiken und Protestanten (Signal, Nr. 116, S. 6).

Dass wir ohne die Reformation alle noch Götzendiener und Marienanbeter wären, wiegt offensichtlich nicht so schwer wie die durch einen mystischen Geist forcierte und erflehte Einheit.

Anlässlich der Gründung des Weltkirchenrats 1948 in Amsterdam schrieb der damalige Generalsekretär der Evangelischen Weltallianz, Henry Martyn Gooch: Die westliche Christenheit war etwa 1000 Jahre lang unter einem menschlichen Haupt vereint, unter dem Papst. Aber jene Zeit ist gekennzeichnet durch religiöse Verfolgungen in der Weise der Inquisition. Das einzige Licht jenes dunklen Zeitalters kam von dem Feuer, das auf den Scheiterhaufen der Märtyrer loderte (H. Martyn Gooch, "Die Einigkeit im Geist", Evangelical Christendom, London, Juli 1949, S. 192).

In seinem persönlichen Rundbrief berichtet Hanspeter Nüesch über einen u.a. auch von ihm initiierten Christustag in Paris, bei dem getanzt und gemimt wurde: Verantwortlich zeichnete ein breitabgestütztes kirchliches Komitee, dem leider das kürzlich gegründete "Counseil national des évangeliques de France" (UNEF) die Unterstützung versagte, weil sie die Zusammensetzung als zu katholischlastig empfand. ... Obwohl viele der am Programm beteiligten Personen ihre Heimat in der katholischen Kirche und insbesondere in katholischen Erneuerungsbewegungen hatten, merkte man das als evangelischer Christ nicht (NEWS von Hp & Vreni Nüesch, Juli 2012).

Es steht uns nicht an, über die Motive zu richten. Wahrscheinlich ist diese ersehnte Zusammenführung von römischer und evangelischer Christenheit mit der charismatischen Bewegung als verbindendes Element von Herzen gut gemeint. Doch vielleicht sollte man diesen Sympathieträgern Roms und charismatisch-ökumenischen Brückenbauern die Worte von Martyn Lloyd-Jones in Erinnerung rufen: Ihr, die ihr euch freut über diese Annäherungen an Rom, lasst mich euch feierlich warnen. Ihr verachtet das Blut der Märtyrer (Martyn Lloyd Jones, Westminster Record, Mai 1963).

Alexander Seibel


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